
Leitsystem
Here

Ausgangssituation und Zielsetzung des Projekts
Unser Kunde „here“ gehört zu den führenden Anbietern digitaler Location-Plattformen und plante im Zuge einer Restrukturierung seines Berliner Standorts die Neugestaltung des Leit- und Orientierungssystems. Ziel war ein Leitsystem, das funktionale Anforderungen erfüllt und den Mitarbeitenden eine intuitive Orientierung ermöglicht. Da eine sofortige Umsetzung im gesamten Gebäude sehr aufwendig gewesen wäre, sollten die neuen Konzepte zunächst auf einer Prototypen-Etage getestet werden. Dort wurden die Grundprinzipien des künftigen Leitsystems über einen längeren Zeitraum erprobt und die Akzeptanz der Mitarbeitenden sowie wertvolles Feedback für die spätere Umsetzung im gesamten Gebäude gesammelt.

Standort
Berlin
Die Nomenklatur
Jede Etage erhielt eine eigene Farbe, die dem Corporate Design entspricht und sich im Wanddesign widerspiegelt. Dies dient unter anderem der Unterscheidung der einzelnen Etagen. Die Farbgebung wurde jedoch eher als kreatives, unterstützendes Element denn als entscheidende Orientierungshilfe verstanden. Auf jeder Etage wurden die Standortangaben für Etagen und Zonen in der jeweiligen Farbe hinterlegt. Jedes Stockwerk ist in Abschnitte unterteilt, die entlang des Hauptgangs angeordnet sind. Diese sind im Uhrzeigersinn alphabetisch benannt, beginnend mit „A“. Aufgrund der einheitlichen Gestaltung der Etagen bleibt die Aufteilung der Zonen auf jeder Ebene gleich. Dadurch können sich Besucherinnen und Besucher auf den Etagen leicht orientieren. Zudem erleichtert diese Struktur die Orientierung über die einzelnen Stockwerke hinweg: Ist das durchgängige System einmal verinnerlicht, lässt es sich problemlos auf alle Etagen übertragen.
Regeln für die Zoneneinteilung

Servicebereiche ausnehmen
Treppenhäuser, Aufzüge, Toiletten, Eingangsbereiche sowie Lager- und Technikräume werden separat ausgeschildert.
Übersicht der Anwendungsvarianten

Standortanzeiger
Etage
Standortanzeiger
Zone
Kreuzung
mit Wegweiser
Fahnenschild,
Evoco,
Piktogramm
Fahnenschild
Türschild,
Piktogramm
Standortanzeiger Zone
Große weiße Buchstaben kennzeichnen die einzelnen Zonen auf den Böden. Diese sind durch einen farbigen Hintergrund hervorgehoben. Die Wandfarbe richtet sich nach der jeweiligen Bodenfarbe.
Positionierung der Standortanzeige auf der Wandfläche:
Die Übergänge zwischen den Zonen sind als Tunnel oder Grenzen gestaltet. Sowohl das Portal, das der Besucher durchschreitet, als auch die Wände im Inneren des Tunnels setzen sich durch einen dunkelgrauen Farbton ab, sodass der Besucher erkennt, dass er von einer Zone in die nächste wechselt.



Kreuzung mit Wegweiser
Um die korrekte Positionierung der einzelnen Wegweiser zu erleichtern, sind diese codiert. Die präzise Kennzeichnung jedes einzelnen Elements ermöglicht zudem eine Neuanordnung im Falle einer Aktualisierung oder Reparatur.
Für gute Lesbarkeit und Reproduzierbarkeit der Wegweiser sind Position und Abmessungen der Informationen mithilfe eines 1 cm²-Rasters ausgerichtet.
Ausleger-Schild
Dasselbe Raster wird auch für die Auslegeschilder verwendet. Der Raumname ist jedoch horizontal zentriert ausgerichtet.
Türschild
Rauminformationen für Räume ohne Evoco-System werden auf Türschildern angebracht. Die darauf enthaltenen Informationen sind in einem 4-mm²-Raster angeordnet.






Meetingraum
Huddle Room
Collaboration
Collaboration
groß
Fokus
Toiletten
Toiletten
barrierefrei

Chicago & Mumbai
Open Space
Offene Raumkonzepte, wie sie in den Niederlassungen in Chicago oder Mumbai vorkommen, erfordern aufgrund des Mangels an architektonischen Gestaltungselementen alternative Wege zur Zoneneinteilung. Daher ist eine Erweiterung des Beschilderungsportfolios notwendig. Die Nomenklatur, die zugrundeliegende Logik und das grundlegende Leit- und Orientierungsystem bleiben jedoch unverändert.

Wegweiser dienen dazu, Besucher zu ihrem gewünschten Ziel zu leiten. Die darauf dargestellten Informationen folgen demselben Aufbau, derselben Logik und demselben Raster wie die Schilder an den Ein- und Ausfahrten der Berliner Tunnelanlagen.
Diese Schilder liefern zusätzliche Informationen zu wichtigen Zielen – etwa Toiletten oder Treppen –, die im weiteren Verlauf des Weges liegen. Zudem weisen sie – sofern sie an Kreuzungen aufgestellt sind – auf Abkürzungen zu Bereichen hin, die abseits der Hauptwege liegen.
Die Zonenmarkierungen fungieren in einem offenen Raumkonzept wie Polarsterne. Als beständiger visueller Anker weisen sie dem Besucher den richtigen Weg. Um eine schnelle Orientierung zu ermöglichen, müssen diese Markierungen schon aus großer Entfernung sichtbar sein. Daher sind sie an der Decke montiert und in verschiedenen Größen erhältlich, die auf die jeweiligen Raumdimensionen abgestimmt sind.


Übersicht der Anwendungsvarianten
Zone
Anzeige
Freifläche
Zonengrenze
Nach Möglichkeit
Verkehrszeichen
Tisch
Aufkleber
Tür
Symbol

Große Entfernung
Größe abhängig von der Zonengröße
5-10m
Kurze Entfernung
Entwicklung und Vorbereitung der Prototypen
Im Vorfeld entwickelten wir verschiedene Gestaltungskonzepte für die Elemente des Leit- und Orientierungssystems, die sich in Formensprache, Größe, Materialität und Platzierung unterschieden. Da sich viele Entscheidungen erst im realen Raum beurteilen lassen, fertigten wir für nahezu jedes Leitelement physische Prototypen in unserer Werkstatt in Dresden an. Die Modelle aus Pappe, Holz, Klebeband oder gedruckten Elementen waren bewusst einfach gehalten, vermittelten jedoch einen realistischen Eindruck der späteren Dimensionen und räumlichen Wirkung.
Aufbau der Prototypen vor Ort
Für den Workshop transportierten wir sämtliche Mockups nach Berlin und installierten sie an den vorgesehenen Positionen. So konnten die Teilnehmenden das zukünftige Leitsystem möglichst realitätsnah erleben. Anschließend gingen wir gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden durch die Etage und betrachteten jedes Leitelement im räumlichen Kontext.


Gemeinsame Evaluation der Konzepte
Während des Rundgangs diskutierten wir die unterschiedlichen Lösungen ausführlich. Gemeinsam bewerteten wir Sichtbarkeit, Lesbarkeit und Platzierung der Elemente und tauschten uns über Vor- und Nachteile aus. Die realitätsnahe Darstellung ermöglichte es, viele Fragestellungen direkt zu beantworten und Optimierungsvorschläge unmittelbar am Modell zu überprüfen.
Erkenntnisse und Mehrwert des Workshops
Der Workshop erwies sich für alle Beteiligten als äußerst wertvoll. Unser Team gewann wichtige Erkenntnisse zu Proportionen, Sichtachsen und der räumlichen Wahrnehmung der Leitelemente. Gleichzeitig konnten die Kundinnen und Kunden die geplanten Maßnahmen direkt am späteren Einsatzort erleben und vergleichen. Dadurch fiel es leichter, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Varianten hinsichtlich Funktionalität und Gestaltung zu bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die weitere Ausarbeitung und die spätere Umsetzung des Leit- und Orientierungssystems im gesamten Gebäude.























